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Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Cellex Collection Center.

30.000ster Lebensretter spendet Stammzellen bei Cellex

Dresden, 31.01.2019: Das CCC Cellex Collection Center Dresden feiert heute ein besonderes Jubiläum. Der 48-jährige Michael Stunz schenkt mit seiner Stammzellspende einem schwer erkrankten Menschen die Chance auf Heilung und ein gesundes Leben. Seine Spende ist die 30.000ste Stammzellentnahme im CCC Cellex Collection Center.

 

„Als ich die Nachricht bekam, dass ich tatsächlich spenden darf war ich erst einmal überrascht “, sagt Michael Stunz. Gezögert habe er aber keine Sekunde. „Wenn mich jemand braucht, dann helfe ich natürlich.“ Die Voruntersuchung bei Cellex Anfang Januar bestärkte den Stammzellspender in diesem Vorhaben: „Die Gespräche mit den Ärzten und Schwestern und die Aufklärungsfilme waren wirklich super. Der gesamte Ablauf war wunderbar und strukturiert.“  So wusste er von Anfang an, was ihn erwartet.

Michael Stunz, der sich 2013 als DKMS-Spender registriert hatte, spendet Stammzellen aus dem peripheren Blut. Hierzu wird er an einen Zellseparator angeschlossen, der innerhalb von vier Stunden die lebensrettenden Stammzellen aus seinem Blut filtert. Bei 80% aller Spender kommt dieses Entnahmeverfahren zum Einsatz, 20% der Spender wird unter Vollnarkose Knochenmark (nicht zu verwechseln mit Rückenmark) aus dem Beckenkamm entnommen. 

Gründer und Geschäftsführer der Cellex, Prof. Dr. med. Gerhard Ehninger blickt zurück: „Wir haben hier in Dresden ganz klein angefangen – in unserem Gründungsjahr 2001 konnten wir 150 Stammzellspenden realisieren. 2009 kam dann unser Standort in Köln dazu. Mittlerweile wird mehr als jede zweite Stammzellspende in Deutschland bei Cellex durchgeführt - im vergangenen Jahr waren es 3850. Darauf sind wir unglaublich stolz.“

Stolz ist natürlich auch Spender Michael Stunz. „Das Wichtigste ist für mich, dass die Stammzellen meinem Patienten helfen. Dass nun ausgerechnet ich der 30.000ste Spender bin, ist da eher nebensächlich“. Wer dieser Mensch ist, weiß er im Moment nicht. Erst nach Ablauf der zweijährigen Anonymitätsfrist darf er „seinen Patienten“ kennenlernen. „Ich würde mich schon sehr freuen, wenn ich erfahren würde, wem ich hoffentlich helfen konnte.“ Nun hofft Stunz aber erst einmal, dass neben dem 30.000sten Jubiläum auch der zweite Geburtstag seines Patienten gefeiert werden kann.

Radeln gegen Blutkrebs – Eine Spender-Geschichte voll unglaublicher Zufälle

Lest hier die unglaubliche Geschichte von Spender Ingo.

Im Frühsommer 2018 plant Ingo mit seinem Bruder eine große Radtour:  Von Wulfsmoor in Schleswig-Holstein über den alten Brennerpass nach Südtirol in Italien. Den Geschwistern kommt eine Idee: Wenn sie sich schon so verausgaben, warum dann nicht die Tour mit etwas Gemeinnützigem verbinden? Nur für welchen guten Zweck sie wollen radeln, das wissen die zwei noch nicht.

Der Zufall sollte bald hierüber entscheiden:  Während der Vorbereitung auf die Tour sucht Ingo dies und das für die Reise aus Schränken und Kommoden zusammen - da fällt ihm ein alter DKMS-Flyer in die Hände. Seit seiner Registrierung im Jahr 2005 war dieser Flyer in diversen Schubladen immer wieder mit umgezogen. Für Ingo steht fest:  Wir spenden den Erlös an die DKMS. Die Stammzellspenderdatei freute sich natürlich sehr über das Projekt „Radeln gegen Blutkrebs“.

Als die DKMS dann kurz vor Reiseantritt anruft, rechnet Ingo eher mit Absprachen zur Tour. Stattdessen erwartet ihn eine riesige Überraschung: Er kommt als potentieller Stammzellspender in Frage!

Anfang Juni starten Ingo und sein Bruder in Wulfsmoor.  Während der 17-tägigen Tour hören sie nichts mehr von der DKMS und glauben, man hätte einen anderen passenderen Spender gefunden. Zufrieden sind sie trotzdem, immerhin schaffen sie es 2490 Euro für den guten Zweck „einzufahren“.

Doch kurz nach der Heimkehr kommt dann die Nachricht, dass er tatsächlich gebraucht wird. Irgendwo auf der Welt wartet jemand auf Ingos Stammzellen.

Irgendwo auf der Welt? Nach der Spende erfährt Ingo, dass sein Empfänger in Italien lebt, gar nicht weit entfernt vom Zielort seiner Fahrradtour – was für ein unglaublicher Zufall.

Ingos Spende fand einen Tag nach seinem Geburtstag statt und wir hoffen aus vollem Herzen, dass das einmal mehr ein gutes Omen für den Empfänger ist, auch einen 2.Geburtstag zu feiern!

Für das nächste Jahr plant Ingo bereits die nächste Tour unter dem Motto „Radeln gegen Blutkrebs“ – dieses mal sogar zugunsten unserer Cellex Stiftung. Wir sagen „Hut ab!“ zu so einem großartigen Engagement.

www.radeln-gegen-blutkrebs.de

Köln: Umzug der Voruntersuchung

Die Voruntersuchungen finden ab Montag (16.10.17) in der MediaPark-Klinik statt.

Lieber Spenderinnen und Spender, 

unsere Voruntersuchung in Köln ist umgezogen. Ab sofort finden die Voruntersuchungen in der MediaPark-Klinik (MP3) in der ersten Etage statt. Eine Wegbeschreibung finden Sie hier. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch, 

Ihr Cellex-Team 

Geflüchteter wird zum Lebensretter

Vor vier Jahren floh Mohammad vor dem Krieg in Afghanistan - nun wurde er in seiner neuen Heimat zum Lebensretter!

Vor vier Jahren kam Mohammad nach Deutschland, geflüchtet vor dem Krieg in Afghanistan. Der 36-jährige kam zunächst in Asylheimen in Frankfurt und Trier unter. Eine neue Heimat hat er in Herxheim gefunden, wo er mittlerweile in einer Schokokussfabrik arbeitet. Eine große Hilfe auf dem Weg zu dieser gelungenen Integration war der Verein „Herzxheim Bunt“, der sich für geflüchtete Menschen engagiert. Im Frühjahr veranstaltete der Verein eine große Typisierungsakion, bei der 1.000 potenzielle Stammzellspender registriert wurden – auch Mohammad ließ sich hier typisieren, um im Fall der Fälle ein Leben zu retten. 

Nur zwei Monate später kam der entscheidende Aufruf: Mohammad wurde als passender Stammzellspender für einen an Leukämie erkrankten Menschen angefragt. Zur Voruntersuchung in Köln begleitete ihn sein Betreuer Helmut vom Verein „Herxheim Bunt“, der ihm Mut machte und in seinem Vorhaben bestärkte. 

Bei der Vorbereitung auf die periphere Stammzellentnahme unterstützte ihn seine Schwester. Bei diesem Entnahmeverfahren werden die Stammzellen mittels eines Zellseparators aus dem Blut gefiltert. Um die Stammzellen aus dem Knochenmark in den Blutkreislauf zu locken, musste er sich fünf Tage vor der Spende ein Medikament spritzen. Dies übernahm zunächst Mohammads Schwester, später machte er dies selbst. Zwei Tage lang hatte Mohammad mit den Nebenwirkungen der Spritzen zu kämpfen, er hatte Gliederschmerzen, die restlichen Tage war er hingegen völlig beschwerdefrei. 

Zur Spende selbst wurde Mohammad erneut von Helmut begleitet. Die Stammzellapherese verlief komplikationslos, noch am gleichen Tag wurden die Stammzellen auf den Weg zu seinem Patienten gebracht. Wer diese Person ist, wo sie lebt – all das weiß Mohammad bisher nicht. Aber für ihn steht fest: Er würde jederzeit erneut spenden! 

Ein Treffen mit dem Lebensretter

Besonderer Besuch im Cellex Collection Center. Stammzellspender Robert und seine Patientin Mary können sich drei Jahre nach der Spende endlich persönlich kennenlernen.

Besonderer Besuch im Cellex Collection Center

 

Ein ganz besonderes Treffen fand am 21.10.2016 in Köln statt. Mary, 72, aus Boston hat den langen Weg nach Deutschland auf sich genommen, um ihren Lebensretter kennenzulernen. Der 41-jährige Robert aus Detmold hat vor 3 Jahren im Cellex Collection Center in Köln Stammzellen für die an Leukämie erkrankte Mary gespendet. Wir erzählen die Geschichte der beiden genetischen Zwillinge.

Fast 6.000 km trennten die genetischen Zwillinge voneinander. Nun trafen sich Spender Robert und seine Patientin Mary im Cellex Collection Center.

Fast 6.000 km trennten die genetischen Zwillinge voneinander. Nun trafen sich Spender Robert und seine Patientin Mary im Cellex Collection Center. 


August 2013. Mary und ihr Mann Bob lieben es zu Segeln. Das Ehepaar aus Boston, Massachusetts, hat einen Segelausflug geplant, aber Mary ist sehr müde und fühlt sich schlapp, hat Schmerzen im unteren Rücken – der Ausflug wird abgesagt. Am nächsten Morgen wacht Mary mit Herzrasen auf, Bob ruft einen Krankenwagen. Eine Blutuntersuchung bringt die niederschmetternde Diagnose: Akute myeloische Leukämie. Die behandelnden Ärzte teilen ihr mit, dass sie ohne eine Stammzellspende keine 5 Jahre mehr zu leben hat. Die Suche nach einem passenden Spender ist ihre einzige Hoffnung. 

September 2013. Im rund 6.000 km entfernten Detmold kommt Robert gerade von der Beerdigung seines Vaters zurück. Er ist schon seit den Anfängen seines Medizinstudiums in den 90ern als Stammzellspender registriert, doch ausgerechnet an diesem Tag erwartet ihn zu Hause ein Brief der DKMS. Darin steht die Nachricht, dass er für eine Stammzellspende infrage kommt. Sofort schießt Robert ein Gedanke durch den Kopf: Sein Vater ist gestorben. Ein anderer Mensch kann überleben ­– mithilfe seiner Stammzellspende. 

Für Robert steht sofort fest, dass er helfen wird. Die daraufhin folgende Voruntersuchung ergibt, dass er ein 100% passender Spender und kerngesund ist, der Spende steht somit nichts im Weg. 

November 2013. Am 11.11. – in ganz Köln wird Karneval gefeiert - fährt Robert ins Cellex Collection Center und spendet dort Stammzellen. Für die Stammzellentnahme werden Robert zwei venöse Zugänge gelegt, die lebensrettenden Zellen werden dann durch ein sogenanntes Apheresegerät aus dem Blutkreislauf herausgefiltert. Währenddessen schaut Robert ganz entspannt einen Film. „Es ist wirklich der einfachste Weg, ein Leben zu retten.“ berichtet der Neurochirurg „Die Spende tut nicht weh und ist nicht gefährlich. Es ist eigentlich nur wie eine etwas längere Blutspende.“ 

In Boston wurde Mary im Vorfeld der Spende bereits intensiv auf die Stammzelltransplantation vorbereitet. Eine extrem starke Chemotherapie hat ihr Immunsystem quasi auf null heruntergefahren. Mary erinnert sich noch genau an den Moment, als der Beutel mit den Stammzellen in ihr Zimmer gebracht wurde: „Ein Beutel voller Leben – aber es sah aus wie Tomatensuppe. Ich wusste ja nicht, wer mein Spender ist, aber ich war ihm unendlich dankbar.“ Kurz nach der Spende erfährt sie, dass ihr Lebensretter aus Deutschland stammt. Sie fasst mit ihrem Mann Bob den festen Entschluss, so schnell es geht nach Deutschland zu reisen, um ihrem Spender persönlich zu danken. Nach vielen Briefen ist es drei Jahre nach der Stammzellspende endlich so weit:

Am 21.10.2016 treffen Robert und Mary vor dem Kölner Dom das erste Mal aufeinander. Es gibt so viel zu erzählen, aber erst einmal fallen sich die beiden einfach nur in die Arme. Nach einem kleinen Spaziergang durch Köln möchte Robert Mary und Bob noch einen ganz besonderen Ort zeigen:

Spender und Patientin besichtigen gemeinsam den Aphereseraum, in dem die lebensrettenden Stammzellen gewonnen wurden.

Spender und Patientin besichtigen gemeinsam den Aphereseraum, in dem die lebensrettenden Stammzellen gewonnen wurden. 


Gemeinsam besuchen sie das Cellex Collection Center, den Ort, an dem Roberts Stammzellen entnommen und auf den Weg nach Boston gebracht wurden. Für beide ist es ein unbeschreibliches Gefühl, nun zusammen hier sein zu können. Robert zeigt Mary, an welchem Platz er bei der Stammzellentnahme gelegen hat und erzählt vom Ablauf der Spende. Für ihn war das „keine große Sache“, doch für Mary bedeutete es die Chance zu Überleben. „Es waren zwei harte Jahre“, erzählt sie, „aber ich habe es dank Deiner Spende geschafft. Du bist mein Schutzengel.“ 

Gemeinsam werden schon Pläne für das nächste Wiedersehen geschmiedet: Im nächsten Jahr wird Robert mit seiner Frau und seinen Kindern nach Boston fliegen.