Glossar zum Freigabebrief

Hier finden Sie Erläuterungen zum Freigabebrief.

Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender!

Anlässlich Ihrer Stammzell- oder Lymphozytenspende wird Ihr Blut mehrfach untersucht. Im Freigabebrief zur Stammzellspende werden Ihnen die Ergebnisse dieser Untersuchungen mitgeteilt.

Wichtig für Sie: Sollte ein von uns erhobener Laborwert auffällig sein und eine unmittelbare medizinische Relevanz für Sie haben, werden wir Sie darüber umgehend informieren, bevor Sie Ihren Freigabebrief erhalten.

Manche Laborwerte können von der Norm abweichen, ohne akut klärungsbedürftig zu sein. Sie können aber eventuell spätereine Relevanz haben oder einfach nur kontrollbedürftig sein. Solche Abweichungen werden im Freigabebrief als Information für den Hausarzt erwähnt oder am Tag der Spende mit Ihnen besprochen.

Damit Sie Ihren Freigabebrief besser interpretieren können, haben wir für Sie dieses Glossar erstellt. Bitte beachten Sie, dass manche Abweichungen von Normwerten ganz normal sind: 2,5% aller Laborwerte liegen immer ober- oder unterhalb dieser gezogenen Grenzen. Ob eine solche Abweichung von Relevanz ist oder nicht, ergibt sich dann erst in der Zusammenschau der Befunde.

Bei Fragen können Sie sich jederzeit telefonisch unter der Rufnummer 0221 4545900 an die Cellex wenden.

Albumin

Siehe Eiweiß

 

Basophile (Leukozyten)

Basophile sind eine Untergruppe der weißen Blutzellen (Leukozyten). Erhöhungen finden sich am häufigsten bei Spendern mit Allergien.

 

Beta-HCG

Beta-HCG dient dem Nachweis einer Schwangerschaft. Während und nach den Wechseljahren ist der Wert meist leicht erhöht.

 

Bilirubin

Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Hämoglobins. Dieses wird in indirektes Bilirubin aus den Erythrozyten und direktes aus Leber und Galle unterschieden. Am häufigsten findet sich eine leichte (2-3-fache) Erhöhung des Bilirubins bei angeborenen Stoffwechselvarianten (z.B. Morbus Meulengracht). Diese haben keinen Krankheitswert. Vorsicht ist lediglich bei der Einnahme des Scherzmedikamentes Paracetamol geboten. Sollten Sie zur Voruntersuchung Paracetamol erhalten haben und in der Blutuntersuchung ein Morbus Meulengracht festgestellt worden sein, erhalten Sie automatisch ein alternatives, unbedenkliches Schmerzmittel zugesandt.

 

Blutgruppe und irreguläre Antikörper

Bei jedem Spender wird die Blutgruppe bestimmt. Sie teilt sich in die Blutgruppe A, B, AB und 0 auf und die Rhesus Untergruppen c, C, D, e, und E auf. Die blutgruppenserologischen Untersuchungen dienen in erster Linie der Information des Transplantationszentrums. Für Sie als Spender hat lediglich der Nachweis von irregulären Antikörpern eine Relevanz. Sollten Sie irgendwann einmal im Leben eine Bluttransfusion erhalten, hilft diese Information der Blutbank das richtige Blut für Sie zu finden.

 

Blutzucker

Üblicherweise muss der Blutzucker nüchtern bestimmt werden. Da Sie zur Voruntersuchung in der Regel nicht nüchtern sind, ist der Wert daher meist 1,5 bis 2,5-fach erhöht. Das ist völlig normal.

Unterschreitungen des Normwertes können vorkommen, wenn das Blutentnahmeröhrchen nicht schnell genug in das Analyselabor transportiert wird. Diese Unterschreitung ist ohne Bedeutung für Sie.

 

Cholinesterase

Cholinesterase ist ein Enzym der Leber und ermöglicht Aussagen über die Leberfunktion. Leichte Abweichungen vom Normwert sind ohne Relevanz. Eine deutliche Unterschreitung findet sich bei einer seltenen angeborenen Form. In diesem Fall darf ein bestimmtes Medikament während der Narkose zur Knochenmarkentnahme nicht verabreicht werden.

 

CRP

Das sogenannte C-reaktive Protein ist ein unspezifischer Entzündungsmarker. Dieser Wert ist bei allen Formen von Infekten aber auch bei Rauchern (durch die chronische Bronchitis) erhöht. Leichte Erhöhungen, die sich durch weitere Befunde erklären lassen (z.B. latenter Harnwegsinfekt), bedürfen keine weiteren Untersuchungen. Bei starker Erhöhung werden Sie von unseren Cellex-Ärztinnen/Ärzten kontaktiert. Ggf. muss der Wert noch einmal kontrolliert werden.

 

Cytomegalie Virus (CMV)

CMV ist ein Herpesvirus und wird in der Regel im jungen Erwachsenalter als Tröpfcheninfektion übertragen. Der Anteil CMV-Positiver (CMV IgG pos.) steigt daher mit dem Lebensalter auf über 50% der Bevölkerung an. CMV kann auch durch Blut und Blutprodukte übertragen werden. Der Nachweis von CMV IgM deutet auf eine erst kürzlich durchgemachte CMV Infektion hin. In diesem Fall wird die Blutprobe weiter untersucht (z.B. mit Direktnachweis der Virus-DNA) um einzuschätzen, wie hoch das Übertragungsrisiko für den Empfänger ist. Bei hohem Übertragungsrisiko kann das zu einer Verschiebung der Spende führen. Die Höhe dieser Werte ist ohne Relevanz für Sie. Diese Werte dienen nur dazu herauszufinden, ob eine Infektion erst kurz zurückliegt oder schon länger besteht.

 

Ebstein-Barr Virus (EBV)

EBV ist ein Herpesvirus, der am häufigsten im jungen Erwachsenalter über Tröpfcheninfektion übertragen wird (Pfeiffersches Drüsenfieber). EBV kann auch durch Blut und Blutprodukte übertragen werden. Es wird getestet wie lange die EBV Infektion zurückliegt und ob eine Übertragung auf den Empfänger wahrscheinlich ist. Eine akute oder sehr frische Infektion mit EBV beim Spender kann zu einer Milzvergrößerung führen. Da das Stammzellstimulierende Medikament bei der peripheren Spende auch zu einer Milzvergrößerung führt, muss im Fall einer akuten EBV Infektion mit der peripheren Spende gewartet werden oder ein Wechsel zum Verfahren der Knochenmarkentnahme erfolgen.

Die Infektparameter werden als Titerstufen oder Units angegeben. Die Höhe dieser Werte ist ohne Relevanz für Sie. Diese Werte dienen nur dazu herauszufinden, ob eine Infektion erst kurz zurückliegt oder schon länger besteht.

 

Eiweiß

Das Eiweiß im Blut wird zum größten Teil in der Leber gebildet. Erhöhungen des Gesamteiweißgehaltes können auf eine Eiweißbildung außerhalb der Leber hindeuten. Verminderungen kommen ohne klinische Bedeutung vor oder zeigen einen Mangel der Verlustzustand an. Es gibt über 1000 Unterformen von verschieden Eiweißmolekülen. Auf Grund ihrer physikalischen Eigenschaften können sie in einer sog. Elektrophorese aufgetrennt und in 5 Hauptgruppen aufgeteilt werden. Die größte dieses Gruppen stellt das Albumin dar, ein kleines Molekül das z.B. Transportaufgaben im Blut übernimmt. Das Ergebnis der Elektrophorese wird in Prozent des Gesamt-Eiweiß angeben. Veränderungen sind also immer nur relativ zu den anderen Werten zu betrachten.

 

Eosinophile (Leukozyten)

Eosinophile sind eine Untergruppe der weißen Blutzellen (Leukozyten). Sie dienen der immunologischen Abwehr von Parasiten und sind bei Überempfindlichkeitsreaktionen beteiligt. Erhöhungen sind typischerweise bei Spendern mit Allergien zu beobachten. Verminderungen sind in der Regel ohne Relevanz. Bei der peripheren Stammzellespende kann das Verhältnis der Leukozyten zueinander (Differentialblutbild) auch 4 Wochen nach Spende verändert sein. Dies ist jedoch ohne Relevanz.

Erythrozyten

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie enthalten das Hämoglobin und transportieren Sauerstoff von der Lunge zu den Endorganen. Veränderungen der Eryhrozytenzahl sind immer nur im Zusammenspiel von anderen Werten (Hämatokrit, MCV, MVH und MCHC) zu sehen. Am häufigsten ist der MCV (mittleres korpuskuläres Volumen) der Erythrozyten verändert. So ist der MCV bei Eisenmangel typischerweise erniedrigt, bei Mangel von Folsäure oder Vitamin B12 jedoch erhöht.

 

Erythrozyten-Indices

Zu den Erythrozyten-Indices gehören MCV, MCH, MCHC und RDW. Sie geben Auskunft über Größe und Hämoglobingehalt von Erythrozyten. Abweichungen können nur in der Zusammenschau aller Indices interpretiert werden.

 

Ferritin

Ferritin ist ein Transportmolekül für Eisen im Blut. Erhöhungen sind häufig bei Infektionserkrankungen und Entzündungen zu beobachten. Verminderungen zeigen einen Eisenmangel an. Wenn der Ferritinwert die untere Normgrenze unterschritten hat, der Hämoglobinwert aber noch normal ist, liegt ein latenter Eisenmangel vor. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist es sinnvoll, Eisen als Medikament oder als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Gamma-GT (GGT)

Gamma-GT ist ein Enzym der Gallenwege und Gallenblase. Leichte Erhöhungen ohne klinische Beschwerden sind meist ohne Relevanz. Erhöhungen können bei Lebererkrankungen und Gallensteinen vorkommen.

 

Gerinnungsdiagnostik

Es werden Standardtests zur Diagnose von Gerinnungsstörungen durchgeführt (TPZ, Quick, PTT, INR). Leichte Veränderungen sind in der Regel harmlos und treten bereits auf, wenn das Entnahmeröhrchen nicht korrekt gefüllt war oder längere Zeit zum Labor transportiert wurde.

GFR

Die GFR (glomeruläre Filtrationsrate) ist eine Messgröße der Nierenfunktion. Die Werte sind im Zusammenhang mit anderen Nierenwerten zu betrachten z.B. Kreatinin.

 

GOT (Syn. ASAT)

Die GOT ist ein Enzym der Leber und der Erythrozyten. Erhöhungen kommen z.B. schon bei leichten Veränderungen der Lebertextur (z.B. Fettleber)vor, können aber auch einen erhöhten Zerfall von Erythrozyten bedeuten. Häufig ist die GOT nach größerer sportlicher Betätigung erhöht. Die GOT muss immer in Zusammenschau weiterer Werte interpretiert werden.

GPT (Syn. ALAT)

GPT ist ein Enzym der Leber. Erhöhungen kommen bei Veränderungen der Lebertextur (z.B. Fettleber)vor. Die GPT ist im Vergleich zur GOT mehr leberspezifisch.

 

Hämatokrit

Hämatokrit ist das Verhältnis von flüssigen Blutsbestandteilen (Plasma) zu zellulären Bestandteilen. Der Wert steht in enger Beziehung mit dem Hämoglobin und ist bei Blutarmut vermindert.

 

Hämoglobin

Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff und damit Transportträger für den Blutsauerstoff. Verminderungen treten bei Blutarmut (Anämien) auf. Die häufigste Form ist dabei die Eisenmangelnanämie. Leichte Verminderungen (10-15% unter dem Normwert) sind nicht selten und betreffen häufig Frauen (Verlust durch Menstruationsblut) oder Blutspender, die regelmäßig Vollblut spenden. Eine Vermehrung des Hämoglobins tritt typischerweise bei längeren Aufenthalt in großen Höhen oder bei Rauchern auf.

Bei der peripheren Stammzellspende verlieren Sie eine so geringe Menge an Blut, dass dies keine Auswirkung auf den Hämoglobinwert hat. Nach Knochenmarkentnahme kann der Hämoglobinwert um 1-3 Punktwerte abfallen. Der Ausgangswert vom Zeitpunkt vor der Spende wird dabei meist erst nach 3 Monaten wieder erreicht.

 

Harnsäure

Harnsäure ist ein Abbauprodukt purinhaltiger Lebensmittel (z.B. Fleisch und Fisch) aber auch körpereigener Zellen. Eine Erhöhung ist nicht selten und kann bei entsprechender Veranlagung und Diätfehler zu einem Gichtanfall führen. Bei der peripheren Stammzellspende werden durch die medikamentöse Stimulation die Zahl von Leukozyten um das 3-8-fache über die Norm vermehrt. Diese Zellen müssen im Anschluss vom Körper wieder abgebaut werden. Dabei fällt Harnsäure an. Die voruntersuchenden Cellex-Ärztinnen/Ärzte entscheiden individuell, ob Sie zur Stammzellspende ein vorbeugendes Medikament (Allopurinol) zur Senkung des Harnsäurespiegels erhalten, um einem Gichtanfall vorzubeugen.

 

Harnstoff

Harnstoff ist ein Abbauprodukt tierischer Eiweiße. Erhöhungen sind eher selten und müssen mit anderen Nierenwerten interpretiert werden.

 

Hepatitis A (HAV)

Das HAV Virus ist Auslöser der infektiösen Gelbsucht. Sie wird fäkal-oral übertragen, kann aber auch über Blutprodukte weitergeben werden. Die meisten Spender sind bereits gegen HAV geimpft oder haben die Erkrankung hinter sich. Eine aktuelle Infektion wird mit Hilfe der HAV-PCR festgestellt.

Hepatitis B (HBV)

Hepatitis B wird durch Blut, Blutprodukte und sexuelle Kontakte übertragen. Die akute Infektion kann als Gelbsucht in Erscheinung treten und heilt in der Regel spontan aus. In einigen Fällen kommt es zu einem chronischen Verlauf in dem die Betroffenen auch ansteckend sind. Zur Beurteilung werden verschieden Testverfahren eingesetzt. Der Nachweis von sogenannten „anti-HBs“ zeigt eine Immunität gegen HBV an, in der Regel durch eine vorangegangene Impfung. Die Höhe des Titers/units ist für Sie irrelevant. Außer bei beruflich exponierten Personen ist eine Auffrischung der Impfung nach erfolgreicher Grundimmunisierung nicht notwendig. Der gleichzeitige Nachweis von anti-HBc zeigt eine durchgemachte (ausgeheilte) HBV Infektion an. Sollte weitere Virusnachweise negativ sein werden diese Spender zur Blut- oder Stammzellspende zugelassen.

Beim Nachweis von HBsAG oder HBV-PCR liegt eine akute oder chronische Infektion vor, eine Spende ist nicht möglich.

 

Hepatitis C (HCV)

Hepatitis C wird durch Blut, Blutprodukte und sexuelle Kontakte übertragen. Der Nachweis von anti-HBC oder HCV-PCR zeigt einen Kontakt mit dem Virus an. Diese Personen sind grundsätzlich von einer Spende ausgeschlossen.

In einigen Fällen ist der anti-HCV Test irrtümlicherweise positiv. In diesem Fall werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Lässt sich das Ergebnis nicht bestätigen und die HCV-PCR ist negativ kann eine Freigabe zur Spende erfolgen.

 

HIV-1/2

HIV ist ein Retrovirus und Auslöser der HIV-Infektion. Getestet werden Anti-HIV-1/2 und die PCR-HIV. Bei einem positiven Nachweis kann keine Spenderfreigabe erfolgen.

 

HTLV-1/2

HTLV ist ein Retrovirus dass durch Blut und Sexualkontakte übertragen wird. Das Auftreten von HTLV ist auf wenige Regionen der Welt begrenzt (z.B. Japan). Infektionen in Deutschland kommen daher eigentlich nicht vor. Trotzdem sind wir verpflichtet alle, Spender dahingehend zu testen. Falsch positive Teste kommen vor und werden dann in einem Referenzlabor weiter untersucht. Fallen diese Nachtestungen negativ aus, kann eine Spende erfolgen.

 

Kalium

Kalium ist ein Elektrolyt, das vornehmlich über die Niere ausgeschieden wird. Erhöhungen des Kaliums kommen daher bei Nierenfunktionsstörungen vor, Verminderungen bei vermehrter Ausscheidung (z.B. harntreibende Medikamente).

Bei der peripheren Stammzellspende kommt es durch den Zusatz von Citrat (Zitronensäure) als Gerinnungshemmer zu einem Kaliumverlust. Sie erhalten daher nach der Spende kaliumhaltige Brausetabletten oder Pulver.

Häufig ist bei Laboruntersuchungen das Kalium irrtümlicherweise erhöht, wenn die Probe einen längeren Transportweg (z.B. per Post vom Hausarzt in das Labor) hinter sich hat. Dadurch zerfallen die Erythrozyten in den Proberöhrchen und setzen dabei Kalium frei.

 

Kalzium

Kalzium ist ein Elektrolyt des Blutes und wichtigster mineralischer Bestandteil des Knochens. Veränderungen kommen bei hormonellen Veränderungen oder Störungen des Knochenstoffwechsels vor. Kalzium ist auch essentiell an der Reizleitung und Reizübertragung im Nervensystem beteiligt. Bei der peripheren Stammzellspende wird Ihr Blut durch ein Schlauchsystem in den Zellseparator geleitet. Damit das Blut im Verlauf des Entnahmeverfahrens nicht gerinnt, muss ein Gerinnungshemmer eingesetzt werden. Wir verwenden einen Gerinnungshemmer, der der Zitronensäure ähnlich ist und vom Körper sehr schnell wieder abgebaut wird. Dieser Gerinnungshemmer kann einen kurzzeitigen Kalziummangel hervorrufen. Ein Kalziummangel äußert sich durch Symptome wie Kribbeln im Mund- und Lippenbereich oder beispielsweise in den Fingern. Durch Kalziumgaben können diese Beschwerden rasch behoben werden.

 

Kreatinin

Kreatinin ist ein Abbauprodukt aus dem Muskelstoffwechsel. Kreatinin wird komplett über die Niere ausgeschieden. Erhöhungen können bei Nierenfunktionsstörungen gesehen werden. Häufiger findet sich bei unseren Spendern eine Erhöhung nach sportlicher Betätigung oder Bodybuilding.

 

Leukozyten

Als Leukozyten werden die weißen Blutzellen bezeichnet. Leukozyten lassen sich weiter aufteilen in Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile. Eine Erhöhung der Leukozytenzahl findet sich typischerweise als Reaktion auf Infekte aber auch unter Stressbedingungen z.B. nach Knochenmarkspende. Eine Verminderung der Leukozyten kommt bei einer Erkältung oder bei Bildungsstörungen vor. Zur Interpretation der Leukozytenwerte wird immer das Differentialblutbild mit herangezogen.

Zur Vorbereitung auf die periphere Stammzellespende erhalten sie das Medikament Granocyte, dass zu einer Stimulation der Leukozyten im Knochenmark führt. Dabei kann der obere Normwert mehrfach überschritten werden (3 bis 8-fache). Diese Erhöhung der Leukozytenzahl geht nach der Spende allmählich zurück, die Zellen werden vom Körper abgebaut. Dieses kann bis zu 3 Wochen dauern. Bei der Nachuntersuchung durch den Hausarzt 4 Wochen nach der Spende ist der Leukozytenwert in der Regel schon wieder normalisiert. Häufig ist er auch etwas niedriger als der Ausgangswert. Dieses hat für Sie keine Relevanz.

 

LDH

LDH ist ein Enzym, das in allen Körperzellen vorhanden ist. „Falsche“ Erhöhungen sind häufig bei unsachgemäßer Blutentnahme (zu schnelles Ansaugen) oder zu langem Transport des Röhrchens in das Labor. Echte Erhöhungen sind selten und zeigen einen erhöhten Zellumsatz an. Dies tritt z.B. nach banalen Erkältungen aber auch bei angeborenen oder bei erworbenen Formen der Blutarmut auf.

 

Lymphozyten

Lymphozyten sind eine Untergruppe der Leukozyten. Lymphozyten dienen der spezifischen Infektabwehr. Geringe Erhöhungen oder Verminderungen kommen sowohl bei akuten wie auch bei abklingenden Infekten vor. Bei der peripheren Stammzellspende werden die Lymphozyten mit den Leukozyten vermehrt ins Blut abgeben und nach der Spende langsam wieder abgebaut. Vorübergehende Abweichungen vom Normwert sind 4 Wochen nach Spende häufig, aber ohne Relevanz.

Bei der Lymphozytenspende (DLI) werden gezielt diese Zellen abgesammelt. Durch die Apherese verlieren Sie ca. 20-30% der im Blut zirkulierenden Lymphozyten. Dieses hat keine Auswirkungen auf eine eventuelle Infektanfälligkeit. Die Ausgangswerte werden in der Regel nach einigen Tagen wieder erreicht.

 

Natrium

Natrium ist ein Elektrolyt des Blutes. Veränderungen sind selten und kommen bei hormonellen Störungen oder selten auch bei starkem Flüssigkeitsmangel vor.

 

Malaria

Malaria ist eine durch Mücken übertragbare Erkrankung, die in äquatornahen Ländern häufig auftritt. Ein Besuch in einem dieser Länder würde bei Blutspendern zu einer 4-monatigen Sperre führen. In der Regel akzeptieren die Transplantationszentren bei Stammzellspendern kürzere Fristen. In Einzelfällen (z.B. Aufenthalt im Hochrisikogebiet ohne Malariaprophylaxe oder Fieberanfall während des Aufenthaltes) werden weitere Tests zur Malariadiagnostik durchgeführt (z.B. Malaria Antikoper, Malaria PCR, dicker Tropfen).

 

MCH

Siehe Erythrozyten-Indizes

 

MCHC

Siehe Erythrozyten-Indizes

 

MCV

Siehe Erythrozyten-Indizes.

 

Monozyten

Monozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie dienen der spezifischen Infektabwehr. Leichte Veränderungen im Differentialblutbild sind in der Regel ohne Relevanz.

 

Neutrophile (Leukozyten)

Neutrophile gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind die erste Garde in der Abwehr gegen Eindringlinge und Bakterien. Dabei zerfallen sie und geben für Bakterien toxische Stoffe ab. Erhöhungen kommen bei allen Arten von Entzündungen und besonders bei bakteriellen Infekten vor. Raucher haben aufgrund der chronischen Reizung des Bronchialsystems häufig leicht erhöhte Werte. Leicht erniedrigte Werte sind meist ohne Relevanz, stark erniedrigte Werte kommen selten nach Medikamentengabe vor (z.B. Novalgin). Bei der peripheren Stammzellespende erhalten sie das Medikament Granocyte, das zu einer Stimulation der neutrophilen Leukozyten im Knochenmark führt.

 

Parvovirus B19

Der Parvovirus B19 ist der Erreger der Ringelröteln. Der Parvovirus B19 kann bei Stammzelltransplantierten zu einem Verlust des Transplantats führen, daher wird die Infektiosität des Spenders vor Stammzellspende getestet.

 

Phosphatase

Phosphatase ist ein Enzym der Knochenstoffwechsels und der Gallenwege. Leichte Erhöhungen kommen bei Erkrankungen der Gallenwege vor. Stoffwechselerkrankungen sind in der Zusammenschau mit anderen Werten (wie Kalzium) zu betrachten.

 

Schilddrüsendiagnostik

Ist der TSH-Wert verändert oder finden sich im Ultraschall der Schilddrüse Auffälligkeiten, werden weitere Schilddrüsenparameter bestimmt. Dazu gehören die Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 wie auch Antikörper gegen Schilddrüsengewebe wie MAK, TRAK, TAK. Die Interpretation erfolgt durch unsere Cellex-Ärztinnen/Ärzte, relevante Befunde werden Ihnen umgehend mitgeteilt.

 

Thrombozyten

Thrombozyten sind die Blutplättchen, die für die Blutgerinnung zuständig sind. Erhöhte Werte sind häufig bei Infekten oder chronischen Entzündungen zu finden. Infekte können aber auch zu einer Verminderung der Blutplättchen führen. Selten gibt es auch einen immunologischen Abbau der Thromboyzten.

Da bei der peripheren Stammzellapherese technisch bedingt ein Teil der Blutplättchen abgesammelt wird, sollten die Thrombozyten am Tag der Voruntersuchung und der Spende nicht unter 120 G/l liegen.

Nach periphere Stammzellspende kann der Anzahl der Thrombozyten ca. 1/3 niedriger als der Ausgangswert sein, die Blutgerinnung ist dadurch nicht beeinträchtigt. Etwa ein Woche nach der Spende steigen die Thromboyztenwerte wieder auf die ursprünglichen Ausgangswerte an.

 

Toxoplasmose

Toxoplasmose ist Infektionserkrankung durch Parasiten die durch rohes Fleisch oder Katzenkot übertragen wird. Die Erkrankung heilt bei Menschen mit gesundem Immunsystem folgenlos aus, etwa 50% der Bevölkerung sind infiziert (IgG positiv). Beim Nachweis von IgM könnte die Erstinfektion erst kürzlich zurückliegen, weitere Untersuchungen sind dann notwendig. Eine frische oder noch aktive Erkrankung mit Toxoplasmose könnte bei dem Empfänger des Stammzellpräparates eine Erkrankung auslösen, ggf. muss die Spende dann verschoben werden bis die akute Infektion abgeklungen ist.

TPPA (oder TPHA)

TPPA ist der Nachweis von Troponema pallidum, dem Erreger der Syphilis. Bei einem positiven Nachweis kann keine Spenderfreigabe erfolgen.

 

TSH

TSH ist ein Botenstoff, der die Schilddrüse stimuliert Schilddrüsenhormone zu produzieren. Veränderungen können sowohl bei Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse auftreten (näheres siehe auch => Schilddrüsendiagnostik). Wenn Sie bereits ein Schilddrüsenhormonpräpart einnehmen ist der TSH-Wert in der Regel normal oder vermindert. Bei einer Erhöhung ist die Menge an verschriebenen Schilddrüsenhormon zu niedrig.

 

Urinstatus

Der Urinstatus mit Hilfe eines Teststreifens (Schnelltest) gibt einen ersten Überblick über die Funktion der Niere und die ableitenden Harnwege. Eiweiß kann nach körperlicher Betätigung oder bei Harnwegsinfekten erhöht sein. Das stärkste Indiz für einen bakteriellen Harnwegsinfekt ist der Nachweis von Nitrit (Abbauprodukt von Bakterien) und Leukozyten. Der Nachweis von Erythrozyten ist bei Frauen sehr häufig, da die Nachweismethode sehr empfindlich ist und daher auch positive Ergebnisse auftreten, lange nachdem die sichtbare Menstruation schon aufgehört hat. Bei Männern ist der positive Nachweis von Erythrozyten am häufigsten durch eine Störung des Teststreifens durch Nahrungsmittelbestandteile zurückzuführen. Bei unklaren Befunden veranlassen wir eine Wiederholung des Testes beim Hausarzt oder bei der Spende.

Im Urinsediment werden feste und zelluläre Bestandteile des Harns im Mikroskop ausgewertet. Diese Informationen dienen der Interpretation des Urinstatus. Z.B. deutet der Nachweis von Plattenepithelien (Zellen aus der Harnröhre) auf eine fehlerhafte Probengewinnung hin (Mittelstrahlurin).

 

Varizellen Antikörper (VZV)

Varizella zoster ist eine Herpesvirus und der Erreger der Windpocken. Einige Transplantationszentren wünschen den Nachweis von VZV vor der Transplantation. Der Nachweis ist ohne Relevanz für Sie.

 

WNV

West Nil Virus ist eine durch Zugvögel übertragebare Erkrankung, die in einigen Ländern Osteuropas und Nordamerikas vorkommt. Spender, die sich im Zeitraum vom 01.06. bis 30.11 4 Wochen vor der Spende in diesen Ländern aufgehalten haben, werden auf diesen Erreger getestet.