Spender FAQ´s

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen von Spenderinnen und Spendern.

Spenderaufklärung

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich als Spender infrage komme?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zu einer Bestätigungstypisierung eingeladen zu werden, liegt ungefähr bei 1:3. Hier wird noch einmal ganz genau überprüft, ob Sie wirklich ein passender Spender sind und ob aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Spende spricht. Nur einer von hundert Registrierten wird später um eine Spende gebeten.

Bin ich der einzige Mensch, der für die Spende infrage kommt?

Prinzipiell ist es möglich, dass es mehrere Menschen auf der Welt gibt, die aufgrund ihrer genetischen Merkmale als Spender infrage kommen. Die Wahrscheinlichkeit, außerhalb der Familie des Patienten einen passenden Spender zu finden ist allerdings sehr gering. Laut Einschätzung der DKMS liegt diese zwischen eins zu 20.000 und eins zu mehreren Millionen. Jeder siebte Patient findet keinen passenden Spender.

Kann ich aussuchen, welche Entnahmemethode angewandt wird?

Es steht Ihnen grundsätzlich frei, eine der beiden Entnahmearten abzulehnen. Wir versuchen natürlich, Ihrem Wunsch nach einer bevorzugten Entnahmeart zu entsprechen. Zudem kann es auch vorkommen, dass Sie als Spender nur auf eine der beiden Entnahmearten spenden können. Es hängt jedoch meistens von der Situation des Patienten ab, welche Methode aus medizinischen Gründen bevorzugt oder sogar notwendig ist. Daher sollten Sie prinzipiell zu beiden Entnahmearten bereit sein.

Kann ich meine zugesagte Spende zurückziehen?

Ihre Spende ist grundsätzlich freiwillig und kann auch zurückgezogen werden. Entscheiden Sie sich jedoch kurzfristig gegen eine bereits zugesagte Spende, kann dies fatale Folgen für den Patienten haben. Dieser wird vor der Transplantation intensiv auf Ihre Spende vorbereitet. Sein erkranktes blutbildendes System wird mittels eine Chemo- oder Strahlentherapie „heruntergefahren“. Ohne den Erhalt Ihrer Stammzellen hat der Patient oft keine Chance zum Überleben. Wägen Sie daher vor der Spendenzusage genau ab, ob Sie diese abgeben wollen und können. Bei Fragen, Ängsten und Sorgen steht Ihnen das Team der CMS rund um die Uhr zur Verfügung.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass „mein Patient“ durch die Spende geheilt wird?

Der Erfolg der Stammzellspende hängt stark vom Gesundheitszustand des Patienten ab. Die Heilungschancen liegen durchschnittlich bei 40 bis 70%.

Werde ich Schmerzen bei oder nach der Spende haben?

Bei der peripheren Stammzellspende werden die Stammzellen aus der Blutbahn entnommen. Um die Anzahl der Stammzellen zu erhöhen, spritzen Sie sich über vier Tage jeweils morgens und abends einen sogenannten Wachstumsfaktor unter die Haut. In dieser Zeit können als mögliche Nebenwirkungen grippeähnliche Symptome, d.h. vor allem Knochen- und Gliederschmerzen auftreten, die mit einem leichten Schmerzmittel (Paracetamol) behandelt werden können. Für die eigentliche Entnahme werden Sie an das Apheresegerät angeschlossen, indem an beiden Armen ein venöser Zugang gelegt wird. Das Blut verlässt nun auf der einen Seite den Körper, fließt durch die Maschine und wird dem Körper auf der anderen Seite über den zweiten Zugang wieder zugeführt. Ein kleiner Teil des Blutes, die für den Patienten wichtigen Stammzellen, wird abgesammelt. Damit das Blut im Verlauf des Verfahrens nicht gerinnt, muss ein Gerinnungshemmer (ähnlich der Zitronensäure) eingesetzt werden. Kurzzeitig kann dieser Stoff Symptome wie Kribbeln im Mund- und Lippenbereich oder beispielsweise in den Fingern verursachen. Durch Kalziumgaben können diese Beschwerden rasch behoben werden. Nach der Spende sind Sie erfahrungsgemäß erschöpft, haben aber keine Schmerzen. Bei der Knochenmarkentnahme werden in Vollnarkose Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen. Für diese Entnahmeart ist keine Vorbereitung mit dem Wachstumsfaktor notwendig. Während der Entnahme spüren Sie aufgrund der Narkose keinerlei Schmerzen. Nach der Entnahme werden die Beschwerden an den Entnahmestellen oftmals mit einem Muskelkater oder einer Prellung im unteren Rückenbereich verglichen, die bis zu 7 Tage anhalten können. Sie können bereits im Laufe des Entnahmetages wieder aufstehen.

Wie lange bin ich arbeitsunfähig?

Bei der peripheren Stammzellspende sind Sie in der Regel nur an den Tagen der Entnahme arbeitsunfähig. Sollten Sie wider Erwarten länger arbeitsunfähig sein, kann Ihnen dies Ihr Hausarzt bescheinigen. Die Knochenmarkentnahme ist in der Regel mit einem 48-stündigen Klinikaufenthalt (inklusive Aufnahme- und Entlassungstag) verbunden. Die meisten Patienten sind nach der Knochenmarkentnahme 3 bis 5 Tage arbeitsunfähig.

Darf ich „meinen Patienten“ kennenlernen?

Unmittelbar nach der Spende erfahren Sie auf Wunsch Alter, Geschlecht und Herkunft Ihres genetischen Zwillings. In Deutschland ist es zudem erlaubt, ab dem ersten Tag nach der Spende anonymen Briefkontakt aufzunehmen. Dies gilt allerdings nur, wenn dies von Spender und Patient gleichermaßen gewünscht ist. Nach Ablaufen der in Deutschland geltenden Anonymitätsfrist ist ein persönliches Treffen möglich – auch dies ausschließlich im gegenseitigen Einvernehmen. Viele Länder haben eigene Kontakt-Regelungen, die Sie in der Broschüre der DKMS nachlesen können.

Wann erfahre ich, wie es „meinem Patienten“ geht?

Um zu erfahren, wie es Ihrem Patienten geht, müssen Sie sich etwas gedulden. Frühestens nach drei Monaten kann beim zuständigen Transplantationszentrum nach dem Gesundheitszustand des Patienten gefragt werden. Bei manchen Kliniken und Ländern kann es etwas dauern, bis eine Antwort kommt.

Sind Cellex und DKMS dasselbe?

Nein, aber sie arbeiten eng zusammen. Die DKMS ist eine Datei potenzieller Stammzell- und Knochenmarkspender. Hier werden die Gewebemerkmale von Leukämiepatienten mit denen der freiwillig registrierten Spender abgeglichen. Wird ein passender Spender gefunden erteilt die DKMS den Auftrag zur Zellentnahme an ein Entnahmezentrum. Cellex ist weltweit das größte Entnahmezentrum für Stammzell- und Knochenmarkspenden, jeden Tag werden durch die Cellex ca. 20 Zellentnahmen durchgeführt.

Darf ich eine Begleitperson mitbringen?

Ja, Sie dürfen eine Begleitperson zur Spende mitbringen. Die Anfahrts- und Übernachtungskosten werden übernommen. Bei einer peripheren Entnahme können Sie gemeinsam in einem Hotel übernachten, müssen Sie für eine Knochenmarkentnahme stationär aufgenommen werden, wird für die Begleitperson ein Hotelzimmer reserviert.

Was ist, wenn ich mir die GCS-F-Spritzen nicht selbst setzen kann/möchte?

Sollten Sie es nicht schaffen, sich die vorbereitenden Spritzen selbst zu setzen ist dies nicht schlimm. Zum einen können Sie einen Freund oder Bekannten darum bitten, ist auch dies nicht möglich werden wir Ihnen einen Pflegedienst schicken. Dieser kommt zweimal täglich morgens und abends zu Ihnen nach Hause und setzt Ihnen die Spritze.

Wie ist der genaue Tagesablauf bei der Apherese?

Am Tag der Apherese treffen Sie (eventuell mit Ihrer Begleitperson) zwischen 07:30 und 08:00 bei uns im Collection Center ein. Nach der Begrüßung ruft Sie die zuständige Schwester auf und Sie gehen zunächst alleine in den Aphereseraum. Erst wenn dort alle Spender an die Apheresegeräte angeschlossen sind, dürfen die Begleitpersonen zu Ihnen kommen. Nach 30 Minuten muss Ihre Begleitung die Räumlichkeiten verlassen. Dies hat mehrere Gründe, unter anderem spielen hier Sicherheitsfragen und auch der Komfort anderer Spender eine Rolle. Eine Ausnahme ist grundsätzlich nicht möglich. Während der 3-5 stündigen Entnahme können Sie einen Film schauen, Musik hören oder ein Buch lesen. Nur ein Arm wird in der Bewegung eingeschränkt sein. Müssen Sie während der Entnahme die Toilette aufsuchen, ist dies ebenfalls möglich. Zum Ende der Entnahme können Sie Ihre Begleitpersonen telefonisch über die erwartete Abholzeit informieren. Diese warten dann die letzten Minuten in unserem Wartebereich. Im Anschluss an die Spender sollten Sie zur Sicherheit noch ca. 30 Minuten bei uns verbringen. So haben wir die Möglichkeit, eventuell aufkommende Fragen zu beantworten und zu reagieren sollte zum Beispiel Ihr Kreislauf Probleme bereiten. Während dieser Wartezeit sollten Sie einen medizinischen Fragebogen ausfüllen und bei uns abzugeben. Außerdem erhalten Sie von uns noch die Broschüre mit den Informationen zur Kontaktaufnahme zwischen Spender und Empfänger. Am Nachmittag erhalten Sie von uns einen Anruf, ob am nächsten Tag eine Zweitapherese nötig ist. Ist dies nicht der Fall, können Sie nach Hause fahren.